ACP/PRP-THERAPIE

ACP/PRP-Therapie bei erektiler Dysfunktion (ED) und Induratio Penis Plastica (IPP)

Was ist ACP/PRP?

Bei der ACP/PRP-Behandlung wird aus Ihrem eigenen Blut ein Konzentrat mit Blutplättchen und Wachstumsfaktoren gewonnen. Dieses kann die Heilung von Gewebe unterstützen, neue Gefäße bilden und Entzündungen lindern. Eingesetzt wird die Methode vor allem bei leichter bis moderater erektiler Dysfunktion, um die Funktion zu verbessern und die Wirksamkeit von Medikamenten wie Tadalafil oder Sildenafil zu steigern. Erste Studien zeigen auch vielversprechende Ergebnisse bei der Peyronie-Krankheit, insbesondere in Kombination mit ESWT. Ein früher Therapiebeginn ist sinnvoll, da Veränderungen im Gewebe dann noch besser rückgängig gemacht und Funktionsverluste gebremst werden können.

Bitte sprechen Sie uns an – wir prüfen gemeinsam, ob und wie PRP in Ihrem Fall sinnvoll ist und welche Alternativen bestehen.

Patienteninformation

  • Was ist ACP/PRP? Autologes (körpereigenes) konditioniertes Plasma/Platelet-Rich Plasma –ein aus Ihrem Blut gewonnenes Konzentrat aus Blutplättchen mit Wachstumsfaktoren, das Gewebeheilung, Gefäßneubildung und Entzündungsberuhigung fördern kann.
  • Wofür wird es eingesetzt? Bei leichter bis moderater ED (v. a. gefäßbedingt) kann PRP die erektile Funktion verbessern und die Ansprechbarkeit auf PDE-5-Hemmer (z. B. Tadalafil/Sildenafil) erhöhen. Bei IPP (Peyronie-Krankheit) sind die Daten noch limitiert; die publizierten Studien zeigen aber sehr gute Ergebnisse vor allem in Kombination mit einer ESWT
  • Warum früh beginnen? In der frühen bzw. milden Phase sind Gefäß- und Gewebeveränderungen noch besser umkehrbar. Je früher man eingreift, desto eher lassen sich Funktionsverluste bremsen und Medikamentenwirkung (wieder) ermöglichen.
  • ED (erektile Dysfunktion): Häufig liegen Mikrogefäß- und Endothelveränderungen des Penisschwellkörpers zugrunde. Folgen sind schlechtere Durchblutung, weniger Stickstoffmonoxid (NO) und eine reduzierte Schwellkörper-Elastizität.
  • IPP (Peyronie): Nach Mikrotraumata der Tunica albuginea entsteht eine entzündlich-fibrotische Reaktion. In der aktiven (frühen) Phase überwiegen Entzündung und Schmerzen; in der stabilen (späten) Phase dominiert  Narbengerüst/Verkalkung mit bleibender Krümmung.

Aus den Thrombozyten freigesetzte Wachstumsfaktoren und Zytokine (z. B. PDGF, VEGF, IGF-1) können:

  • die Endothelfunktion und Mikrozirkulation unterstützen (Angiogenese-Gefäßneubildung),
  • Entzündung modulieren und oxidativen Stress senken,
  • Remodelling von glatter Muskulatur/Bindegewebe fördern.

Warum ist ein früher Beginn sinnvoll – besonders bei milder Symptomatik?

  1. „Window of opportunity“: Frühstadien zeigen reversible Mikrogefäß-/Gewebeschäden. Regenerative Verfahren wirken hier wahrscheinlicher.
  2. Vermeidung von Folgeschäden: Unbehandelte ED führt zu Deconditioning der Schwellkörper (Fibrosierung/Elastizit.tsverlust). Frühtherapie kann Progression bremsen.
  3. Bessere Synergien: PRP kann die Ansprechrate auf PDE-5-Hemmer verbessern. Gerade bei milder ED ist die Kombination (Lifestyle, PDE-5-Hemmer, ggf. Stoßwellen/Traction) oft am effektivsten.
  4. IPP – frühe Phase: In der aktiven Phase stehen Schmerz/Entzündung im Vordergrund. Regenerative/konservative Maßnahmen zielen hier eher auf Schmerzlinderung und Stabilisierung. Spätere, verkalkte Stadien sprechen schlechter auf nicht-operative Verfahren an.
  • ED: Besonders bei leichter bis moderater, gefäßbedingter ED, ggf. nach Prostata-OP oder bei metabolischem Syndrom.
  • IPP: Bei weichen und beginnend kalzifizierten Plaques, alleine oder in Kombination mit der ESWT als individueller Heilversuch.
  • Nicht geeignet bei: aktiven Infektionen, unbehandelten Blutgerinnungsstörungen, starken Thrombozyten-/Anämiezuständen, schwerer Antikoagulation (ohne Anpassung), malignen hämatologischen Erkrankungen.

Ablauf der Behandlung

  1. Blutentnahme (i. d. R. 10 – 30 ml) und Aufbereitung zu ACP/PRP im Zentrifugationssystem (leukozytenarm).

  2. ED: Sterile intrakavernöse Injektion kleiner PRP-Mengen in den Schwellkörper.

  3. IPP: Intralesionale Injektion in/um die Plaque

  4. Dauer: ca. 30 – 45 Minuten ambulant

  5. Schema: Häufig 4 – 6 Sitzungen im Abstand von 10 Tagen; Erhaltung/Booster individuell.

  6. Begleitmaßnahmen: Lebensstil-Optimierung (Gewicht, Bewegung, Blutdruck/Blutzucker/Lipide), PDE-5-Hemmer nach Plan, ggf. Stoßwellentherapie (ED) bzw. Penile-Traction-Therapie (IPP).

Weitere Informationen

  • ED: Kontrollierte Studien und Metaanalysen zeigen modeste, klinisch relevante Verbesserungen der erektilen Funktion (z. B. Zuwachs im IIEF-EF-Score) über 1 – 6 Monate. Ein Teil vormals PDE-5-Non-Responder wird wieder ansprechbar. Der Nutzen ist am größten bei milder bis moderater ED. (Details besprechen wir im Aufklärungsgespräch.)

  • IPP: Pilot-/Nicht-Randomisiert-Studien berichten über Schmerzlinderung und teils geringe Krümmungs-/Plaque-Effekte. Die Datenlage ist heterogen und limitiert; Leitlinien sehen PRP derzeit nicht als Standard.

  • Sicherheit:
    • Häufig mild/kurzzeitig: Einstichschmerz, Hämatom/Bluterguss, Druckgefühl, leichte Schwellung/Verfärbung, selten kurzzeitige Kreislaufreaktionen.
    • Selten: Infektionen, länger anhaltende Schmerzen, vorübergehende Sensibilitätsänderungen.
    • Allergien: Nicht zu erwarten, da körpereigenes Material.

PRP ist keine „Wunderheilung“: Der Effekt ist nicht garantiert und meist graduell. Oft ist eine Kombinationstherapie sinnvoll.

  • ED: PDE-5-Hemmer, Vakuumerektionshilfe, Stoßwellentherapie (Li-ESWT) bei gefäßbedingter ED, Injektionstherapien (SKAT), intraurethrale Prostaglandine, Penile-Prothese (bei schwerer, therapieresistenter ED), Psychotherapie.
  • IPP: Beobachten (aktive Phase), Schmerztherapie, Traktions-/Vakuumtherapie, Kollagenase C. histolyticum (CCH) in der stabilen Phase, intraläsionale Therapien (z. B. Interferon α-2b, Verapamil – je nach Befund), Operation bei ausgeprägter Krümmung/Funktionsbeeinträchtigung.

Die ACP/PRP-Therapie ist off-label und wird von gesetzlichen Kassen in der Regel nicht erstattet. Wir informieren Sie vorab über Kosten, Ablauf und realistische Ziele.

Häufige Fragen – FAQ

Erste Effekte oft nach 4 – 8 Wochen, Maximaleffekte nach 3 – 6 Monaten; individuell unterschiedlich.

Daten legen mehrmonatige Effekte nahe; Auffrischungen können sinnvoll sein.

Nein – es handelt sich um lokale Injektionen mit körpereigenem Plasma; systemische Effekte sind nicht zu erwarten.

  • Für IPP empfehlen europ.ische Leitlinien PRP nach ausführlicher Beratung.
  • Für ED gilt PRP als vielversprechend; die Anwendung erfolgt nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung und informierter Zustimmung.
  • Panunzio A. et al. Int J Impot Res 2023: Systematische Übersichtsarbeit/Metaanalyse zu PRP bei ED.

  • Shaher H. et al. Urology 2023: RCT zu PRP bei ED.

  • Poulios E. et al. J Sex Med 2021: Doppelblind-RCT zu PRP bei ED.

  • Falcone M. et al. World J Men’s Health 2025: Aktuelle Übersichtsarbeit zu PRP bei ED.

  • Asmundo MG. et al. Andrology 2024 (Open Access/PMC): PRP bei ED und IPP – .Überblick.

  • EAU-Leitlinie „Sexual and Reproductive Health“, Kapitel Penile Curvature (2024): Empfehlung gegen PRP bei IPP außerhalb klinischer Studien.

  • Minore A. et al. Asian Journal of Andrology 2025: Intralesionale/topische Therapien bei IPP – Überblick.

  • Achraf C. et al. Arab J Urol 2023: PRP-Pilotdaten bei IPP.

Wir sind für Sie auf Fortbildung


Am Donnerstag, 12.03., bleibt unsere Praxis wegen einer internen Fortbildung geschlossen.

In dringenden Fällen erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

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